Web Design

Donnerstag, 17.05.2012:

Rates-Portela de Tamel, ca. 24,2 km

Ich gehe in die Bäckerei zum Frühstücken, trinke einen caffe com leite und esse etwas Süßes dazu (ein dunkler Kuchen mit einer klebrigen Masse). Das Laufen ist beschwerlich, das Kopfsteinpflaster und meine Fersenblase machen mir schon zu schaffen. Der Weg läuft auch wieder teilweise auf Straßen entlang, aber es hat schon merklich weniger Autos.

Dadurch, dass ich jetzt meinen linken Fuß etwas schonen möchte, tut das Knie höllisch weh. Als ich eine Pause mache, laufen Gerhard und Benedikt wieder an mir vorbei. Sie sorgen sich um mich, aber es geht noch. Ich treffe sie dann wieder in Barcelos (…Hühnerwunder …), und wir essen gemeinsam zu Mittag. Es gibt eine gute Gemüsesuppe,  ein Baguette sowie ein Panache (Radler auf portugiesisch).

Danach machen wir uns gemeinsam auf den Weg nach Portela de Tamel. Zum Schluss geht´s ziemlich steil rauf, als ich das Albergue-Schild „800 m“ sehe, zähle ich meine Schritte. Und knapp bei 800 sind wir tatsächlich da ;-) Die Herberge ist schön hinter der Kirche gelegen und sehr neu und modern eingerichtet. Die Kirche nebenan hat ein tolles Glockenspiel, das alle 30 Minuten schlägt. Nach einem eher lauwarmen Abendessen trinken wir zu dritt noch 2 Flaschen Vino Tinto und sprechen über Gott und die Welt.

Freitag. 18.05.2012:

Portela de Tamel – Ponte de Lima, ca. 24,3 km

Wir laufen morgens um 08.20 Uhr los, es geht nicht so hektisch zu wie auf dem Camino Frances. Es geht immer auf und ab, besonders das „ab“ schmerzt im Fuß. Mittlerweile habe ich noch am Fersenschaft eine Blase, die sich etwas entzündet. Ich laufe den ganzen Tag mit einer kurzen Wanderhose, obwohl es ab und zu regnet. Kurz vor Ponte de Lima gibt Benedikt Gas und ist weg. Gerhard und ich trotten nach Ponte de Lima, als es dann wieder zu regnen beginnt. Benedikt wartet in einer Bar, da die Herberge erst um 17.00 Uhr!!! öffnet. So bleibt noch genügend Zeit für einen caffe con leche und ein Süppchen. Ponte de Lima ist ein sehr schönes Städtchen mit einer tollen,  alten Römerbrücke.

Danach kaufen wir ein, wir kochen heute selbst Spaghetti. Das wird lustig, gekocht wird wie immer reichlich und nach 2 Tellern Spaghetti bin ich satt. Vino Tinto war auch gut, und zum Schluss kommen noch die 2 Mädels aus Polen (genauer gesagt aus Oberschlesien)dazu.

 Samstag, 19.05.2012:

Ponte de Lima – Rubiaes, eigentlich 17,1 km

Gerhard tapet mein Bein, da es immer noch nicht besser ist. Im Dunklen nehme ich ein Zäpfchen, da ich etwas Fieber habe, leider erwische ich das falsche und nehme eins gegen Übelkeit. Voll daneben, so wird mein Bein nicht betäubt und nach 3 km kann ich nicht mehr. Ich habe Schweißausbrüche und das Gehen ist sehr beschwerlich, in bin einfach total fertig.

So laufen wir noch bis zur Kirche in das nächste Dorf und Gerhard fragt bei der Kirche nach einem Bus. Doch –vermutlich – sagt der Pfarrer, dass am Samstag kein Bus fährt. So bestellt er ein Taxi, das mich für 21 € (für einen Pilger ein horrender Preis) nach Rubiaes fährt. Es gibt kein richtiges Zentrum, da die Häuser an der Straße verteilt sind. Der Taxifahrer lässt mich an der Bar raus. Ich esse erst mal was und trinke ein Cola dazu. Nach einer Stunde mache ich mich auf den Weg zu Herberge, die erst um 13.00 Uhr öffnet. So sitze ich 2 Stunden in der Sonne, die wärmenden Strahlen tun mir sehr gut.

Es kommen immer mehr Pilger, auch Benedikt läuft vorbei (er geht aber weiter bis nach Valenca), Gerhard sieht mich leider nicht mehr. Nach dem Einchecken lege ich mich 2 Stunden hin. Danach gehe ich in den „Ort“, um Gerhard zu suchen. Vielleicht hat er woanders eingecheckt. Aber er ist nicht auffindbar, lief wohl auch weiter nach Valenca. Abends gehe ich in die Bar (von heute Morgen) und setze mich zu 3 US-Amerikanern, Vater, Mutter und Sohn. Sie sind aus Atlanta. Wir essen Pilgermenü (Omelette), aber ich habe eigentlich gar keinen Hunger. Der nette Kellner ist entsetzt, aber ich sage ihm, dass ich krank bin. Auch der Barbesitzer erkundigt sich nach mir, er erinnert sich noch daran, dass er mich morgens in der Bar gesehen hat. Wirklich nette Menschen ;-)

Dann schaue ich das Champions-League-Endspiel meines FC Bayern gegen Chelsea an. Es sieht so gut aus, als Bayern in der 85. Minute in Führung geht, entsetzt sehe ich den Ausgleich beinahe im Gegenzug. Kann man auch so blöd sein? Irgendwie sind die Endspiele meiner Mannschaft jedes Mal, wenn ich auf dem Jakobsweg bin, nicht so glücklich. Nach der regulären Spielzeit muss ich in die Albergue, ich werde per SMS von Agnes informiert. Als ich lese, dass Arjen Robben in der 95. Minute noch einen Elfer verschießt, beschließe ich einzuschlafen. Das wird heute nichts mehr….

17_05_2012_102_5773

17_05_2012_102_5779

17_05_2012_102_5782

17_05_2012_102_5792

0

1

2

3

17_05_2012_102_5795

17_05_2012_102_5802

17_05_2012_102_5804

17_05_2012_P1030946

4

5

6

7

18_05_2012_102_5813

18_05_2012_102_5820

18_05_2012_102_5828

18_05_2012_102_5829

8

9

10

11

18_05_2012_102_5832

12

jakobs-muschel-logo links
jakobs-muschel-logo oben
jakobs-muschel-logo rechts
Gaestebuch